27
02
2021

Umzug, ein wahres Sinnbild für Prozesse der Veränderung

Jetzt hab ich euch aber wieder lange warten lassen, auf einen neuen Beitrag von mir. Es war viel los bei mir in den vergangenen Wochen. Ich bin umgezogen. Dies ist mein erster Blogbeitrag, den ich vorm Fenster am Schreibtisch meiner neuen Wohnung tippe. Und nachdem mir gerade in diesem Prozess des Übersiedeln wieder einmal so viele Dinge durch den Kopf gegangen sind, wird das auch gleich das Thema des heutigen Beitrags.

Bitte sehr, warum tut man sich einen Umzug überhaupt an?

Beinahe 7 Jahre habe ich in meiner alten Wohnung in Döbling, unweit der Obkirchergasse verbracht. Es gibt ja sehr viele Gründe warum man sich zu einem Umzug entschließt: der Mietvertrag läuft aus und wird nicht verlängert, man hat sich beruflich verändert und möchte näher an den neuen Arbeitsplatz heran rücken, man sehnt sich nach mehr Natur und will aus der Stadt aufs Land, es gab eine Trennung und jeder zieht in ein neues eigenes Heim, und so weiter und so fort.

hinterholz8

Bild aus dem Film Hinterholz 8, Fotocredit: filmtipps.at

Um ehrlich zu sein, hat in meinem Fall keiner der obig genannten Punkte zugetroffen, und wäre da nicht Corona gewesen, mit den Folgen plötzlich sehr viel Zeit zuhause zu verbringen, wäre ich eventuell auch gar nicht auf die Idee gekommen an meiner Wohnsituation etwas zu verändern. Aber wie vielfach zitiert, war das letzte Jahr in vielerlei Hinsicht ein Brennglas der aktuellen Befindlichkeiten. Die Badewanne, auf die ich schon damals beim Einzug in die alte Wohnung nur ungern notgedrungen verzichtete fehlte noch mehr. Diverse Baustellen sowohl im Haus als auch rundherum mit den damit einhergehenden Folgen aus Lärm und Schmutz fielen natürlich im Zuge des Lockdowns viel mehr ins Gewicht, eine gewisse Lärmkulisse durch gegengesetzte Lebensrhythmen diverser Nachbarn ebenso….

Kurz gesagt, ist es wohl auch in diesem Fall immer eine Frage der persönlichen Toleranzgrenze. Nach mehr als 16 Jahren in Wien konnte ich bereits auf die Erfahrung aus 4 Umzügen zurückblicken, war mir also des Aufwandes bewusst. Ich bin jedoch generell kein Fan vom unnötigen Aussitzen unangenehmer Situationen und nehme meist lieber mein Glück selbst in die Hand und leite Prozesse der Veränderung ein. Meiner Meinung nach ist das Leben zu kurz um zulange in einem Zustand zu Verweilen, in dem die Anzahl der Contra-Punkte bei weitem jene der Pro-Seite übersteigt. Ich liebe Pro/Con-Listen mal so nebenbei bemerkt. Okay ich mag Listen generell!

gelassenheit

Fotocredit: eltern-heute.de

 

… was man so erfährt im Zuge eines Umzugs

Ich werde jetzt nicht im Detail den gesamten Prozess eines Umzugs in diesem Beitrag reflektieren, aber möchte ein paar Lernerfahrungen mit euch teilen. Vielleicht ist ja das ein oder andere dabei, wovon ihr gegebenenfalls profitieren könnt.

  1. Nütze dein Netzwerk

Gut, ich mache das generell gerne und es fällt mir leicht, aber es kann tatsächlich helfen, deinen Plan von der Wohnungssuche möglichst oft in deinen diversen Kreisen zu erwähnen. Oft kennt jemand doch jemand der wen kennt usw... Die erste Wohnung, die ich besichtigt habe war z.B. die einer ganz lieben Freundin. Schlussendlich habe ich mich zwar dagegen entschieden aber you never know. Genauso gut kann es sein, dass dir auf diesem Wege eine/ein nette/r ImmobilienmaklerIn an die Seite gestellt wird, die/der bei der Suche hilft. Ich hab auf jeden Fall diverse Social-Media Kanäle sowie natürlich auch persönliche Kontakte genützt.

kontaktehelfen

Fotocredit: hfbp.de

2. Hab den Mut um Hilfe zu bitten

Ich weiß, das ist nicht immer einfach. Oft will man alles selber schaffen. Hier kommt aber auch wieder Punkt 1, das Netzwerk ins Spiel. Bereits bei meinem letzten Umzug haben schlussendlich sehr überraschend Personen mitgeholfen, an die ich nicht in erster Linie gedacht hätte. So waren damals z.B. KollegInnen und Kunden aus dem Bodystyle hilfreich an meiner Seite. Und auch dieses Mal war ich überwältigt von der unglaublichen Hilfsbereitschaft meiner Freunde und Kunden. Auch wenn ich ansonsten in Wien ohne Auto wunderbar zurecht komme, bei einem Umzug steht man da schon ziemlich im Regen. An dieser Stelle geht noch mal ein Riesendank an Fritz, Paul, Harry, Babsi, Ines, Petra, Dietmar, Daniel, Mathias, Renate, Frank und Nikolaus.  Ohne euch hätte ich das nicht geschafft! Vor allem hat es mir einmal mehr gezeigt, dass ich nicht nur großartige Freunde sondern auch die besten Kunden habe. Das ist ein Geschenk! Danke!

grateful

Fotocredit by: yomela.de

3. Es muss nicht alles Neu sein

90% meiner Einrichtung sind gebrauchte Möbelstücke von willhaben. Meiner Meinung nach sollte man sich bei jedem Kauf 1) überlegen ob man das Teil tatsächlich braucht und 2) ob es nicht Selbiges auch gebraucht gibt. Aja im Zuge dessen erwähne ich auch noch gerne eine tolle Bekannte von mir, die sich als Ordnungscoach selbstständig gemacht hat. Gina hat mir vor ca. 1,5 Jahren dabei geholfen, den Schrankraum unter meinem Hochbett zu entrümpeln und mich zusätzlich mit tollen, einfachen und preiswerten Tipps versorgt, wie man auch auf kleiner Fläche viel unterbringen kann. Vor kurzem hat sie, die sich selbst als die Schrankflüsterin bezeichnet, auch auf Facebook eine eigene Gruppe zum Thema Ordnung schaffen  gegründet. Hier kann man sich wunderbar zum Thema Aufräumen, Wohnraumgestaltung, Stauraum schaffen und und und austauschen und inspirieren lassen.

4. Veränderung erzeugt Chaos

umzugknockout

Fotocredit: quoka.de

Das ein Umzug praktisch die Versinnbildlichung eines Veränderungsprozesses darstellt habe ich auch wieder mitbekommen. Zuerst sitzt man in der alten Wohnung im Chaos zwischen gestapelten Kartons und noch benötigtem- erst im letzten Moment- gepacktem Zeug. Im besten Fall auch ein perfekter Zeitpunkt für Inventur. Was geht, was bleibt und was kommt mit ? Dann übersiedelt man dieses Chaos in die neue Wohnung. Und schließlich findet mit der Zeit Schritt für Schritt alles an seinen neuen Platz. Eigentlich ist dieser Ablauf eins zu eins auf jede Veränderung/Neuorientierung deines Lebens umzulegen. Ende/Aufbruch-Chaos-Neubeginn. Das versuche ich mir gerade jeden Tag wie ein Mantra vorzusagen, wenn ich morgens über die noch nicht fertig ausgeräumten Kartons im Vorzimmer in Richtung Küche stolpere. Die Kaffeemaschine ist an ihrem Platz und ich habe eine geniale Badewanne- was braucht man schon mehr.

5. Kleine Herausforderungen zu meistern macht so herrlich stolz

stolz

Fotocredit: runtastic.com

Ich bin ja so überhaupt kein Thrill-Seeker. Also ich sehne mich weder nach Bungee-Jumpen noch nach Achterbahn fahren, aber was ich mag sind so kleine Alltagsabenteuer die ich mir auch bewusst ein Stück weit selbst gerne stelle. Und davon gibt es während eines Umzugs jede Menge. In meinem Fall waren das z.B. zwei Stück Lattenroste die an einem Mittwoch Mittag von A (dem 4ten Bezirk Wiens) nach B (meine neue Wohnung im 19ten Bezirk Wien) mussten. Und zwar ohne Auto und alleine. Ja ich hätte nochmal jemanden um Hilfe bitten können, einen Anhänger ausleihen, ein Lastentaxi oder Veloce organisieren aber in dem Fall wollte ich die kleine Challenge. Die willhaben-Verkäuferin war wie ich eine Macherin. Aus einem verteilten Müllsack bastelte sie im Hand um Drehen eine Trage-Gurt-Vorrichtung und dann marschierten wir zwei Richtung Straßenbahn. Sie half noch beim Einstieg in die Bim 62 und dann gings los. Okay, damit war der erste Schritt geschafft. Nun galt es auf das Verständnis des Zugführers zu hoffen, der mich- laut Erzählungen von Freunden- auch genauso gut hinausschmeißen hätte können. Wobei ich natürlich tunlichst darauf acht gab, niemanden mit meinem Transport zu stören. Raus am Karlsplatz. Das war also geschafft. Meinen Ursprungsplan, mit der U4 den restlichen Weg nach Heiligenstadt zu beschreiten verwarf ich kurzerhand angesichts des Gewichts und der Länge der Lattenroste. Der D-Wagen schien mir geeigneter. Einmal über den Ring und eine alte Bimgarnitur die ich vorbeiziehen ließ später, befand ich mich im letzten Wagon besagter Straßenbahn am Weg quer durch die Stadt. Die beiden Lattenroste mit meinen Knien stabilisierend, schaukelte ich also vorbei an Kunst- und Naturhistorischem Museum, Heldenplatz und Parlament, Börse und Hundertwasserturm an der Spittelau. Es ging also alles glatt und der Stolz der mich erfüllte, als die beiden Lattenroste ihren neuen Platz einnahmen war einfach unbezahlbar.

Für einen Samstag-Nachmittag sind 5 Punkte zu diesem Thema denke ich genug, deshalb beschließe ich mit dieser kleinen Anekdote den heutigen Beitrag und wünsche dir von Herzen ein schönes Wochenende.

Wenn du dich gerade fragst, was ich dir eigentlich aktuell an Bewegungsangeboten anbieten darf, dann klick dich gerne einfach hier rein.

Eure Verena

author: Verena Hirzenberger