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04
2021

Awarenessweek Tag 3. Deine Ohren werden Augen machen

Da bin ich wieder. Tag 3 heute meiner Awareness-Week. Was es damit auf sich hat und worum es mir dabei geht kannst du hier nachlesen.

Wie angekündigt wird es dabei heute um deine Ohren und das Hören gehen. Lets dive in, wie man so schön sagt…

 

Wie sind deine Ohren aufgebaut und wie geht das überhaupt nochmal mit dem Hören?

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Fotocredit: liebenswert-magazine.de

Aufbau

Also dein Ohr ist im Wesentlichen aus 3 Teilen aufgebaut: dem Außenohr, dem Mittelohr und dem Innenohr. Die Ohrmuschel, so wie du sie von außen sehen kannst ist Teil des Außenohrs, ergänzt durch den äußeren Gehörgang und das Trommelfell. Es ist der sogenannte Empfänger der die wahrgenommenen Geräusche und Signale durch den äußeren Gehörgang an das Trommelfell weiterleitet. Dein Trommelfell stellt die Verbindung zum Mittelohr her. Hier werden eintreffende Signale durch Vibrationsbewegungen an dieses übermittelt. An das Trommelfell angewachsen sind winzige Gehörknöchelchen, namentlich: Hammer, Ambos und Steigbügel. Zusammen bilden sie das Mittelohr. Hier werden akustische Signale verstärkt und dann an das Innenohr übertragen. Im Innenohr schließlich befinden sich die knöcherne Hörschnecke sowie die Bogengänge, die gleichzeitig Sitz deines Gleichgewichtsorganes sind.

Hören

Beim Hören werden Geräusche und akustische Signale in Form von Schallwellen von der Ohrmuschel empfangen und durch den äußeren Gehörgang an das Trommelfell weitergegeben. Dort werden besagte Schallwellen in Schwingungen umgewandelt und an das Mittelohr übertragen. Hammer, Ambos und Steigbügel fungieren dann als Verstärker womit die Schwingungen das mit Flüssigkeit gefüllte Innenohr erreichen. Dort sitzende Haarzellen lösen einen Sinnesreiz aus, womit der Hörnerv aktiviert und der Sinnesreiz als Nervenimpuls an das Hörzentrum im Gehirn weitergeleitet wird. Die Signale werden dort angekommen verarbeitet und damit als Geräusch wahrgenommen und somit verstanden.

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Fotocredit: hoerakustik-droest.de

Das Ganze wird als Luftleitung bezeichnet. Eine andere, weniger effektive Variante den Schall ans Gehirn zu liefern ist die sogenannte Knochenleitung wobei der Schall von außen direkt an den Schädelknochen übertragen wird. Die akustischen Signale werden durch Vibrationen an die Haarzellen weitergeleitet und von dort wiederum in Form eines Reizes ans Gehirn.

Gleichgewicht

Neben dem Hören tragen die Ohren, wie bereits kurz erwähnt, auch Sorge über dein Gleichgewicht und damit verbunden deine Bewegungskoordination, Orientierung und Lageveränderungen deines Körpers. Das Gleichgewichtsorgan besteht aus mehreren bogenförmigen, mit Flüssigkeit gefüllten Gängen. Bei schneller oder auch ruckartiger Bewegung oder auch einer veränderten Position des Kopfes, werden diese Flüssigkeiten in Bewegung gebracht. Damit werden sich im Innenohr befindliche Rezeptoren aktiv. Durch deren Stimulierung werden Signale durch die Flüssigkeitsbewegungen über den Gleichgewichtsnerv an das Gehirn geleitet. Die so erhaltenen Informationen werden vom Hirn verarbeitet und als entsprechende Lage und Position des Kopfes im Raum verstanden.

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Damit wäre der Anatomie und Physiologie-Teil beendet, und es geht weiter in Richtung Psychologie und Wohlbefinden.

Kennst du das, wenn dich ein bestimmtes Lied oder Geräusch schlagartig auf eine Zeitreise schickt? Viele unserer Erinnerungen sind mit dem Hören verknüpft. Ich denke zum Beispiel bei Amselgesang und Kirchenglocken immer zurück an laue Sommerabende meiner Kindheit als diese beiden Geräusche meist verrieten, dass es Zeit wurde vom Spielen draußen nachhause zurück zu kehren. Genauso merken wir uns auch oft bestimmte Stimmen und sind beispielsweise irritiert wenn die Synchronstimme von Bruce Willis plötzlich in einem Werbespot zu hören ist oder der Mensch dahinter eben seine einprägsame Stimme einem anderen Schauspieler leiht. Somit sind also Geräusche und Stimmen und das Hören an sich auch immer relativ stark an Emotionen geknüpft. Sich dessen bewusst zu sein, kann gerade im Bereich der Kommunikation hilfreich sein, da wir schlussendlich aufgrund unserer Erfahrungen und unserer Wesensart oft Gehörtes unterschiedlich im Kopf aufnehmen, verarbeiten, assoziieren und bewerten.

Das Vier-Ohren-Modell

Das Modell kennst du vielleicht schon? Es stammt von Friedemann Schulz von Thun. Kurz gesagt geht er davon aus, dass das Senden und Empfangen einer Nachricht immer auf vier Wegen geschieht. Wer spricht, kommuniziert dabei die folgenden Ebenen: Sachinhalt, Beziehung, Selbstoffenbarung und Appell. Der Sprecher spricht also demzufolge mit 4 Schnäbeln oder auch Mündern und wie das Ganze beim Empfänger ankommt passiert ebenfalls auf diesen 4 Ebenen also 4 Ohren.

Somit wird davon ausgegangen, dass jede Äußerung vier Botschaften in sich trägt oder auf vier verschiedene Arten verstanden werden kann. Die Krux an der Sache ist, dass diese 4 Ohren auch ohne bewusstem Einsatz also ohne dem Willen des Senders beim Empfänger zum Einsatz kommen können. Tja und genau so können dann Missverständnisse in der Kommunikation entstehen.

 

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Fotocredit: sitgbapi.globalblue.de

Die 4 Ebenen

Sachebene: Dabei geht es um die reine Information, um Fakten, Daten- den Inhalt der Äußerung. Beim Empfänger gehts dann ab. Der muss entscheiden: ist der Sachinhalt wahr/unwahr, relevant/irrelevant, ausreichend/nicht ausreichend. Also klar und deutlich kann hier seitens des Senders hilfreich sein.

Selbstkundgabe: Wer kommuniziert gibt unweigerlich damit etwas über sich selbst Preis. Also beinhaltet jede Äußerung gleichzeitig einen Teil der auf die Gefühle, Werte, Ansichten sowie Bedürfnisse des Senders verweist. Ist es eine Ich-Botschaft bekommt man das leichter mit, aber das ist nun auch oft nicht der Fall.

Beziehungsebene: Hier wird immer auch die Beziehung zwischen Sender und Empfänger mittransportiert, also wie der Sender zum Empfänger steht und umgekehrt. Dabei geht es um die Art und Weise zu sprechen, bestimmte Formulierungen aber natürlich auch um Mimik, Gestik und Tonfall. Der Empfänger kann sich demzufolge wertgeschätzt, gedemütigt, respektiert oder auch abgelehnt fühlen.

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Foto by Tomas Marinez Soldevilla

Appellebene: Was möchte der Sender bezwecken? Genau diesen Punkt deckt die Appellebene ab. Es geht um Wünsche, Appelle, Ratschläge oder Anweisungen und diese können mehr oder weniger offen oder verdeckt an den Empfänger kommuniziert werden. Beim Empfänger ergibt sich daraus die Frage: Was soll ich jetzt (nicht) tun?

Probleme entstehen dann dadurch, dass bei einer Äußerung nur die Sachebene bei Empfänger und Sender identisch sind. Die verschiedenen Ebenen werden weiters von beiden oftmals unterschiedlich stark wahrgenommen und gewichtet. Mehr dazu kannst du z.B. auch noch hier nachlesen. Das Ganze finde ich auch gerade beim Telefonieren sehr interessant, denn in diesem Moment fällt alles was im persönlichen Gespräch über Mimik und Gestik mittransportiert wird weg und dein voller Fokus liegt unweigerlich auf der Stimme und dem Gehörten.

Mit dem Bewusstsein über diese 4 Ebenen kann man aber auch gleich wieder besser Einfluss darauf nehmen, was ein Gespräch mit unserem Wohlbefinden machen kann. Ein Stück weit kannst du so steuern, wie sehr dich z.B. eine dich/deine Handlung betreffende Kritik persönlich trifft.

 

Wie kannst du noch über deine Ohren und das Hören dein Wohlbefinden beeinflussen?

Hier noch ein paar Impulse und Gedanken dazu:

  1. Welche Geräusche/Lieder/Stimmen… erzeugen bei dir welche Emotion? Einige meiner Lieblingsgeräusche als Beispiel:

erheiternd: Vogelgezwitscher, lachen mir lieber Menschen

beruhigend: Wind in Birkenbäumen, Wasser eines Baches, schnurren einer Katze

aktivierend: Meeresbrandung, Glucksen der Kaffeemaschine

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2. Hast du eine Stimmungs-Playlist? Welche Lieder bringen dich immer zum lächeln, bei welchen kannst du kaum die Füße ruhig halten oder beginnst unweigerlich im Takt zu wippen oder überhaupt wild zu tanzen?, bei welchen bist du immer zutiefst berührt ?

Ich werde heute ein paar meiner persönlichen Favoriten noch auf Instagram posten.

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3. Hörst du manchmal Podcasts? Meist sind wir sehr stark visuell geprägt, beim bloßen Zuhören kannst du deinen Augen eine Pause gönnen und dich durch eine geleitete Meditation entspannen, bei einem Kabarett-Programm lachen oder dir so auch neues Wissen aneignen ohne dazu lesen zu müssen.

 

4. Wie oft ist da einfach mal nichts rundherum? Meist sind wir in unserer heutigen Zeit einer Dauerbeschallung ausgesetzt. Es tut gut manchmal auf Pause zu schalten und nur die Stille auf uns wirken zu lassen.

…Viel Spaß beim Lauschen auf deine Atmung, Herzschlag und Verdauung.

 

Und damit noch einen schönen sonnigen Mittwoch. Morgen geht es hier weiter mit der Nase und dem Riechen.

Alles Liebe,

Verena

 

author: Verena Hirzenberger