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03
2021

NEAT… do I need that…oder kann ich mir das sparen?

Hallo zusammen. Im heutigen Beitrag möchte ich auf den Begriff NEAT eingehen und euch außerdem ein paar Ideen liefern, wie ihr euch unabhängig von Training zu mehr Bewegung, und dabei insbesondere Bewegung an der frischen Luft motivieren könnt.

Fangen wir damit an, erst einmal zu klären, was es mit NEAT überhaupt auf sich hat.

Wofür steht NEAT

NEAT bezeichnet sogenannte Non Exercise Activity Thermogenesis. Alles klar? Übersetzen wir das ganze einfach einmal. Also ist damit im wesentlichen Aktivitätsthermogenese ohne Sport gemeint. Über den Verlauf eines Tages verbraucht unser Körper auf unterschiedliche Art und Weise Energie bzw. Kalorien. Einerseits über den sogenannten Grundumsatz, also die Energie, die dein Körper zur Aufrechterhaltung seiner grundlegenden Funktionen benötigt. Atmung, Denkleistung und alle anderen Funktionen deines Gehirns gehören hier mit dazu. Der Grundumsatz beträgt 60-70% des Gesamtkalorienverbrauchs. Weiter geht es dann noch mit dem Thema Wärme. Der Thermogenetic Effect of Food (TEF) ist jene Energie, die dein Körper benötigt, um Nahrung zu verdauen und in Energie umzuwandeln. 10% des täglichen Energieverbrauchs können hier zugerechnet werden. Das ist natürlich auch immer noch davon abhängig welche Lebensmittel du konsumierst. Der TEF von Proteinen ist z.B. 3,5 Mal höher als der von Kohlenhydraten.

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Ja und dann verbrauchen wir eben auch noch Energie durch Aktivität also tägliche Bewegung. Dazu zählt nun das spazieren Gehen genauso wie dein Workout. Ebenso Kalorien, die durch den sogenannten Nachbrenneffekt nach dem Training verbrannt werden.

Bei der Aktivität wird dann nochmals genauer unterschieden in zwei Arten. Einerseits geplante Aktivitäten, wie eben dein Workout und andererseits unbewusste Aktivitäten, da sind wir dann beim NEAT. Alltagsbewegungen wie gehen, Einkäufe nach Hause tragen, putzen, Möbel verschieben, im Büro von einem Meetingraum in den nächsten wechseln, die Kinder zufuß von der Schule abholen usw,…

Also geht es nicht nur allein um deine Trainingszeit. Auch Bewegungen im Alltag sorgen dafür dich fit zu halten. Und hier folgen nun ein paar ganz einfache Ideen, wie du mehr Bewegung bzw. mehr NEAT in deinen Tag bringen kannst.

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Bring mehr NEAT in deinen Alltag oder auch ins Wochenende

1. ERFORSCHE DEIN GRÄTZL/BEZIRK/WIEN

Kennst du tatsächlich jede Gasse in deinem Grätzl oder in deinem Wohn-Bezirk? Wie wäre es mit einer Monats-Challenge. Du könntest dir vorab sämtliche Straßen und Gassennamen deines Grätzls oder auch Bezirks notieren und dir als Ziel setzen, jede davon mindestens einmal abgegangen zu sein. Vielleicht entdeckst du dabei auch plötzlich ein neues Lieblingsgeschäft oder einen anderen Supermarkt mit tollem Angebot. Wenn du weitere Kreise (in Wien) ziehen möchtest: Warst du schon mindestens einmal in jedem von Wiens 23 Bezirken? Einfach mal bei einer dir gänzlich unbekannten U-Bahn Station aussteigen und dich dort durch die Straßen treiben lassen.

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2. GEO-CACHING

Für all jene, denen simples Spazierengehen ohne wirkliches Ziel zu langweilig ist empfehle ich Geo-Caching. Das ist echt eine tolle Option draußen in Bewegung zu sein, in Kombination mit einer spielerischen Rätselkomponente. Geo-Caching bezeichnet sich selbst als weltweit größte Schatzsuche…und ist dabei unglaublich simple. Einmal die Geo-Caching App (gratis) auf deinem Smartphone installiert, kann es auch schon losgehen. Egal wo du dich befindest, dein nächster Cach (so werden die kleinen Schätze bezeichnet) ist bestimmt nicht weit entfernt. Kurz gesagt geht es dabei darum, einen kleinen Schatz der von anderen Mitspielern versteckt wurde mit Hilfe der GPS Signale deines Handys aufzuspüren. Dir wird also in der App auf einer Karte (wie bei Google Maps) dein Standort angezeigt und die im näheren Umkreis versteckten Schätze. Hast du einen Schatz (meist eine kleine Kiste/Box)  aufgestöbert so trägst du dich in die darin befindliche Liste ein und dann geht es auch schon weiter. Selbstverständlich kannst auch du deine Schätze (Caches) beisteuern. Alle genauen Infos dazu findest du hier. Ist auf jeden Fall eine sehr motivierende Art unterwegs zu sein. Für alle die gerne Bewegung mit ein bisschen Rätsel und Gaming-Charakter verbinden. Plötzlich ist man ganz schnell und ohne es zu bemerken 2h kreuz und quer  unterwegs gewesen. Und das ganze geht tatsächlich weltweit!

 

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Fotocredit by triregiontourism.com

3. RÄTSEL RALLYE/Schnitzeljagden in der Stadt (Wien)

Noch mehr Rätsel-Charakter gefragt? In Wien gibt es bereits mehrere Anbieter diverser Rätsel-Rallyes durch die Stadt. Ich werde nur mal einen Anbieter nennen, den ich selbst entdeckt habe, und deren Konzept für mich ansprechend klingt. Und zwar sind das die Schnitzeljagden von Pathly. Was mir daran gefällt ist, dass man sich für die Durchführung nicht wie bei manchen anderen Anbietern für einen bestimmten Termin anmelden muss. Man kann sich online einfach die Box mit den diversen Kuverts mit Rätseln und Hinweisen bestellen und dann vollkommen flexibel loslegen wann man möchte. Cool ist hierbei auch der Gedanke die Rätsel im Team zu lösen. Das Ganze hat also auch noch eine zusätzliche soziale Komponente. Und ist wieder einmal eine andere Variante Wien noch weiter zu erforschen, ihr wisst ja mittlerweile, dass ich das selbst nach 16 Jahren hier immer noch einfach unglaublich gerne mache.

 

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Fotocredit by pathly.at

4. STADT-WANDERWEGE (Wien)

Eigentlich ein alter Hut, wie man so schön sagt, aber mal ehrlich: kennst du sie alle schon? Insgesamt gibt es ganze 11 Stück an der Zahl! Auf diesen Stadtwanderwegen geht es über den Kahlenberg, durch Ottakring und über den Bisamberg, auf den Hermannskogel oder die Sophienalpe, durch den Prater und genauso- wer es urbaner mag- bei Nummer 11 durch den Gemeindebau. Also die gehen immer, finde ich. Außerdem sind sie gut beschildert und beschrieben. Eine gute Variante wenn man lieber vorab die Länge des Spazierganges abstecken möchte anstatt sich einfach nur treiben zu lassen.

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5. GEHEN KOMBINIEREN

Ich persönlich gehe einfach gerne. Also um des Gehens Willen sozusagen. Solltest du dem jedoch nicht viel abgewinnen können, motiviert es dich vielleicht mehr, das Gehen einfach zu kombinieren. Vielleicht hast du einen Lieblingspodcast den du ohnehin 1x wöchentlich gerne anhörst? Dann könntest du dies das nächste Mal im Gehen versuchen. Oder du telefonierst mindestens 1x/Woche mit 2-3 lieben Freunden um mit diesen in Kontakt zu bleiben? Wunderbar, mit Kopfhörern ausgestattet lässt es sich perfekt gemeinsam walken und talken, ganz egal wie weit entfernt man tatsächlich dabei voneinander ist.

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6. NUDGING TOOLS

Um Menschen in der Stadt als auch am Arbeitsplatz zu mehr Bewegung anzuregen hat sich übrigens der Begriff Nudging entwickelt. Was sich dahinter verbirgt werde ich auch noch kurz erklären:

“Nudging (Synonym für anregen, lenken, formen) ist eine verhaltensökonomische Methode, bei der versucht wird, das Verhalten von Menschen auf vorhersagbare Weise zu beeinflussen, ohne dabei jedoch auf Verbote, Gebote oder ökonomische Anreize zurückzugreifen.”(digitalwiki.de/nudging)

Es geht also um eine positive Beeinflussung zur nachhaltigen Verhaltensänderung von Menschen. So gab es z.B. Aktionen bei denen in U-bahnstationen durch das Ausführen von Kniebeugen das Fahrticket bezahlt werden konnte.

Klick hier für das Video dazu auf Youtube.

Mehr bekannt sind oftmals auch Bilder mit motivierenden Sprüchen an Stiegenaufgängen bzw. beim Lift welche einen Anreiz zur Verwendung der Stufen anstelle des Lifts schaffen sollen.

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Warum ich das an dieser Stelle noch erwähne? Genau solche Nudging-Tools für Unternehmen kann man beim ÖBSV (Österreichischen Betriebssportverband) bestellen. Vielleicht möchte jemand von euch ja so etwas bei sich in der Arbeit anregen…

 

Und damit beschließe ich den heutigen Beitrag. Ich freue mich, wenn mein heutiger Beitrag dir neue Ideen geliefert hat, um aktiv zu sein und in Bewegung zu kommen.

Bis bald,

deine Verena

 

 

author: Verena Hirzenberger