30
11
2020

Kitchen Stories made in Tyrol…oder auch einfach Rezepte aus der Lockdown-Auszeit

Ich schaukle im Rhythmus der Zuggleise während ich die heutigen Zeilen tippe. Nach 10 Tagen in Tirol geht es retour nach Wien. Aus einer durchaus mutigen und etwas verrückten Idee wurde eine sehr entspannte Auszeit, die ich bereits jetzt als weiteres Highlight dieses seltsamen Jahres 2020 verbuchen kann. Nachdem mich bereits im ersten Lockdown stundenlange Telefonate mit einem mir mittlerweile sehr ans Herz gewachsenen Menschen durch jene Zeit im Frühling getragen haben, beschloss ich diesmal relativ spontan einen Teil des zweiten Lockdowns bei besagter Person in Tirol zu verbringen….fiel für mich unter Deckung der Grundbedürfnisse.

berglsteinersee

Da draußen vorm Fenster gleitet die ins Licht des Sonnenaufgangs getauchte Landschaft vorbei…

Ich habe die Ruhe im sogenannten Tiroler Unterland sehr genossen. Vielleicht lag es auch daran, dass ich nicht wie sonst in Wien von all meinen Sachen umgeben war, die mich permanent daran erinnerten, was ich eigentlich noch erledigen sollte oder könnte. Genau wie die Wochen zuvor in Wien habe ich natürlich normal (soweit es eben die derzeitigen Bestimmungen erlauben) weitergearbeitet. Und dennoch hatte ich den Eindruck dabei mehr im Moment zu sein, eins nach dem andren zu tun anstatt drei Dinge oftmals parallel. Weiters kam ich in den Genuss eines richtigen Arbeitszimmers, welches ich sowohl für die Durchführung meiner Zoom-Workouts als auch zum Schreiben von Blogbeiträgen und für Videodrehs verwenden konnte. Ein wahres Geschenk so ein Raum habe ich festgestellt.

limette

Während ich im ersten Lockdown im Frühling einen wahren Kreativitäts-Boost erlebt habe, ließ dieser in den letzten Wochen in Wien etwas zu wünschen übrig. Wobei es auch normal ist, dass solche Phasen meist zeitlich begrenzt auftreten. Umso schöner, dass ich in den letzten Tagen hier sowohl das Kochen wieder einmal sehr genossen und als kreativen Prozess erfahren habe, als auch bei Gesprächen während gemeinsamer Spaziergänge weitere Ideen für berufliche Zwecke gesponnen habe.

Ein paar Rezepte der letzten Tage möchte ich gerne hier mit euch teilen.

KÜRBIS KICHERERBSEN CURRY

kürbiscurry

Zutaten: Hokkaido Kürbis, Schalotten, Kichererbsen (vorgegart aus der Dose), Zuckererbsen-Schoten, Kokosmilch, Knoblauch, frischer Ingwer, frischer Babyblatt-Spinat, Saft von 1/2 Zitrone, 2 EL gelbe Currypaste, Salz, Pfeffer, Chili, Olivenöl, Erdnüsse

als Beilage nach Belieben: Basmatireis, Erdäpfeln, Nan-Brot,…

Die Schalotten, den Knoblauch und den Ingwer schälen und klein schneiden. Kürbis waschen und in kleine Stücke schneiden. In einem Topf im erhitzten Öl gemeinsam mit Chili alles anrösten, mit der Kokosmilch ablöschen, Currypaste ergänzen und auf niedriger Stufe köcheln lassen. Die Kichererbsen und Erbsenschoten ergänzen. Am Ende den Spinat ergänzen. Ist dieser zusammengefallen noch mit Salz, Pfeffer, Zitronensaft abschmecken. In einer Schüssel mit Erdnüssen bestreut und mit gewünschter Beilage servieren.

Tipp: Schmeckt auch gut ergänzt mit einigen Granatapfelkernen, mit Cashewkernen statt Erdnüssen und Rosinen

CHICOREESCHIFFCHEN MIT KREN-GRANATAPFEL-CREME

chicoree

Das war gestern Abend um ehrlich zu sein einfach noch eine Resteverwertung, aber ich finde es schmeckt echt gut und macht Lust auf mehr.

Zutaten: Chicoree, Granatapfelkerne, Frischkäse mit Kren, Zitronenabrieb, etwas Zitronensaft, Salz, Pfeffer, gehackte Pistazien

Chicoreeblätter waschen und auf einem Teller bereit stellen. Den Frischkäse mit den ausgelösten Granatapfelkernen, Zitronensaft, Abrieb und Gewürzen verrühren. Bei Bedarf mit einem Schuss Milch cremiger rühren. In die Chicoreeschiffchen füllen, mit Pistazien bestreuen. Servieren und genießen.

Tipp: Schmeckt auch herrlich mit Räucherlachs. Also zuerst ein Stück davon ins Chicoree-Schiffchen legen und oben drauf die Creme.

Und dann gabs gestern zum späten Frühstück noch DEN Frühstücks-Klassiker aus Spanien. Nein nicht Chocolate con Churros sondern

PAN CON TOMATES (Brot mit Tomaten)…. im Prinzip eine spanische Variante der italienischen Bruschetta, aber sagt das NIEMALS zu einem Spanier !

pancontomate

Das bekommt man in Spanien eigentlich in jedem Lokal bzw. Cafe. Mich versetzt es beim Essen automatisch zurück in die Gassen von Granada, da war ich im Mai 2019…

Zutaten: Weißbrot (Baguette), frischer Knoblauch, grobes Salz, Olivenöl (ich liebe dabei das mit Zitronen aromatisierte), Tomaten

Eine Scheibe des Brotes kurz toasten oder auch in einer Pfanne anrösten, mit der geschälten Knoblauchzehe abreiben, mit der Tomate abreiben bzw. die Tomate in kleine Stücke schneiden und auch noch zusätzlich zerdrücken. Das Brot damit bestreichen, mit Öl beträufeln und salzen. Fertig!

Tipp: ich mag auch noch gern frisches Basilikum drauf

bankamschneesee

Damit wünsche ich euch einen guten Start in diese neue Woche. Ich bin mittlerweile schon an Salzburg vorbei…die Sonne scheint noch immer und die Wiesen und Felder vorm Fenster glitzern weiß gefroren.

Alles Liebe,

eure Verena

 

 

 

 

 

author: Verena Hirzenberger