23
02
2020

Mobility Training! Kann das was oder kann das weg ?

In meiner Branche gibt es ja praktisch halbjährlich neue Trends und Hypes: Yin-Yoga, Piloxing, HIIT (High Intensity Intervall Training), Functional Training, Animal Moves und Faszienpflege,… um nur einige zu nennen.

Seit einigen Jahren treibt sich dabei auch wiederholt der Begriff Mobility herum. Was damit gemeint ist und warum ich davon ein Fan bin möchte ich im heutigen Beitrag behandeln.

Während bei uns im deutschen Sprachraum vielfach der Begriff Mobilisierung oder auch Mobilitätstraining ein Training im Allgemeinen zur Verbesserung der Beweglichkeit meint, so wird im englischen Sprachgebrauch konkret zwischen den beiden Begriffen Mobility und Flexibility unterschieden.

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Foto by trainer-akademie.com

Eine kurze Begriffserklärung:

Mobilität (Mobility)

Hier geht es um die AKTIVE Beweglichkeit in einem oder mehreren Gelenken. Mobilität erfolgt immer aus motorischer Kontrolle heraus, diese wiederum erfolgt durch unsere zentralnervöse Ansteuerung. Also geht die ganze Geschichte vom Kopf bzw. Hirn aus und setzt unser Tun voraus. Passiert also ohne äußeren Druck oder Zug durch einen Partner.

Flexibilität (Flexibility)

Im Gegensatz dazu meint Flexibilität das passive Bewegungsausmaß im Gelenk, also z.B. wenn wir von einem Partner in eine bestimmt Endposition gezogen werden, wie wir das auch vom klassischen Stretching kennen.

Ein kleiner Test. Wenn du aufrecht stehst und nun versuchst ein Bein gestreckt über vorne nach oben zu heben erreichst du eine bestimmte Höhe. Dies ist die Mobilität die dir deine Hüfte und Beinrückseite derzeit ermöglicht. Also das Bewegungsausmaß, dass du aktiv erreichen kannst. Bittest du nun hingegen eine Person dein gestrecktes Bein langsam für dich in die selbe Position nach vorne oben anzuheben, womit du passiv bleibst, sprechen wir von Flexibilität. Oftmals ist diese größer als unsere Mobilität. Vermutlich hast du auch den Unterschied allein darin gespürt, dass deine Oberschenkelvorderseite und deine Leiste/Hüftbeuger aktiv daran beteiligt war als du versucht hast dein Bein allein zu heben.

Je größer der Unterschied zwischen der aktiven und passiven Beweglichkeit ist (also Mobilität versus Flexibilität), desto größer ist das Verletzungsrisiko.

Till Sukopp (mehr zu diesem deutschen renommierten Trainer findest du hier: Till Sukopps Website ) gibt dazu folgendes Beispiel:. “Wer sich viel dehnt, ist zwar sehr beweglich, wenn man es aber nicht durch Muskelkraft ausgleicht, kann man sich leichter verletzen, das das Gelenk instabil ist”.

Hier ein Beispiel für die Mobilisierung der Brustwirbelsäule

Das Ziel eines Mobilitätstrainings sollte somit sein, die Körperwahrnehmung und das neuronale Zusammenspiel der beteiligten Strukturen zu optimieren.

Gründe für regelmäßiges Mobility-Training:

  • um deine muskuläre Balance im Gleichgewicht zu halten und dich somit langfristig vor Verletzungen/Dysbalancen zu schützen
  • als ideales Warm-up vorm (Kraft)training um deine neuronale Ansteuerung (Koordination) der Muskeln zu verbessern und somit dein Training durch die Ausführbarkeit des vollen Bewegungsradius der Übungen noch effektiver zu gestalten
  • zur Verbesserung der Gelenkstellungen
  • um die Gleitfähigkeit deiner Faszien (wieder)herzustellen
  • zur Steigerung deines Wohlbefindens
  • für eine verbesserte aufrechte Körperhaltung
  • zur Reduktion von Verspannungen
  • als Ausgleich zu Alltagsbelastungen

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Hast du Lust bekommen, das Ganze mal in der Praxis zu erleben? Derzeit biete ich 1x/monatlich ein gezieltes Mobility und Stretching Training in Wien an. Im Rahmen dessen erlernst du jeweils einen einfachen kurzen Mobility-Flow (eine Abfolge diverser Mobilityübungen) für dein eigenständiges, regelmäßiges Mobilitätstraining zuhause.

So kann ein Mobility-Flow aussehen

die nächste Möglichkeit dazu gibt es im MÄRZ 2020:

  • im Studio MH 76 (Mariahilferstraße 76 /U3 Neubaugasse, 1060 Wien), am Sonntag 22.März 2020 10:00-11:00 Uhr: mehr dazu hier
  • im Studio  Die Yogastube (Flotowgasse 12/ Bus 35A Flotowgasse, 1190 Wien), am Sonntag 22.März 2020 17:30-18:30 Uhr:mehr dazu hier

Also “gschmeidig bleiben”,

bis bald eure Verena

author: Verena Hirzenberger